Ablauf der Gruppensitzung
Die Gruppensitzungen beginnen in der Regel mit einem Blitzlicht: Jeder erzählt kurz, wie es ihm geht und was ihn gerade bewegt. Danach widmen wir uns den Anliegen der Männer – das folgt keiner festen Struktur. Meist berichtet jemand von seiner aktuellen Situation oder bringt eine persönliche Frage mit, manchmal stellt jemand auch eine konkrete Frage in die Runde. Jeder gibt nur so viel preis, wie er möchte.
Wir hören einander empathisch zu, hinterfragen uns kritisch, widersprechen und bestärken uns gegenseitig. Dabei dringen wir in Räume vor, über die wir als Männer selten reden: Wir machen uns verletzlich, springen über unseren Schatten, sprechen über Ängste, Scham und Schuld – und erleben, dass wir damit nicht allein sind. Niemand wird gezwungen, sich zu öffnen, niemand wird bewertet. Jeder bringt sich nach eigenem Mut, eigenem Tempo und Vertrauen ein. Nicht nur die Verletzlichkeit selbst kostet Mut, auch der Schritt davor: aktiv um Hilfe zu bitten.
Teilnahme an der Männergruppe in Jena
Brauche ich ein Vorgespräch?
Nein. Bei einer neu startenden Gruppe beginnen wir stattdessen mit einem Info-Abend, an dem sich alle Interessierten kennenlernen können.
Muss ich regelmäßig kommen?
Nach dem Kennenlernen erwarten wir eine verbindliche Teilnahme – die Gruppe lebt davon, dass sich alle aufeinander verlassen können. Ist man mal verhindert, reicht eine kurze Absage.
Wie lange bleibt die Gruppe zusammen?
Ziel ist es, innerhalb von ein bis zwei Jahren eine feste Gruppe zu entwickeln. Diese Kontinuität schafft den Vertrauensraum, den es braucht, um über Scham, Schuld oder eigene Verletzlichkeit sprechen zu können – das gelingt nur mit einem gleichbleibenden Gegenüber, nicht in wechselnder Runde.
Was, wenn die Gruppe gerade voll ist?
In der Regel ist die Aufnahme über eine Warteliste möglich. Melden Sie sich gern – wir informieren Sie, sobald ein Platz frei wird. Weitere Gruppen sind möglicherweise über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe in Jena (IKOS) auffindbar
Gruppe oder Einzelberatung – was passt zu mir?
Die Männergruppe ist ein Angebot für ein breites Themenspektrum: Fragen zu Partnerschaft, Familie oder Freundschaft, eine Trennungskrise oder der Wunsch, Konflikte konstruktiver zu lösen. Im Mittelpunkt steht ein Raum, in dem Erlebtes und die damit verbundenen Gefühle offen zur Sprache kommen können – im Austausch mit anderen Männern, die Ähnliches kennen.
Geht es konkret um Gewalterfahrungen in Partnerschaft oder Familie, um eine akute Krise oder braucht es einen geschützteren, individuelleren Rahmen als die Gruppe bieten kann, ist unsere Einzelberatung oft der passendere erste Schritt. Beides lässt sich auch kombinieren: Manche Männer nutzen zunächst die Einzelberatung und finden später über die Gruppe zusätzlichen Austausch – oder umgekehrt.
Ihr Ansprechpartner David Reum
David Reum ist Sozialpädagoge, ausgebildeter Trennungs- und Scheidungsberater und Systemisch-integrativer Coach (DGfC). Im PROJEKT A4 befasst er sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gewaltbetroffenheit von Männern in engen sozialen Beziehungen. Aus seiner beruflichen Erfahrung in der Arbeit mit Familien und Paaren weiß er zudem um die Besonderheiten männlicher Lebensentwürfe und männlicher Rollenidentität. Mit der Männergruppe möchte er einen Rahmen schaffen, in dem Männer einander zuhören und voneinander lernen können.
Sie haben Interesse oder Fragen?
Senden Sie uns gern eine Mail an info@projekt-a4.de oder melden sich telefonisch unter 0151 288 156 18.
Wir freuen uns auf Sie!