Netzwerktreffen: Gewaltschutzwohnung für ’nicht weibliche‘ Personen in Thüringen
Warum wir uns mit Gewaltschutz für Männer und TIN*-Personen beschäftigen müssen
Viele Träger in Thüringen fragen sich aktuell, wie sie fachlich angemessen mit nicht weiblichen Schutzsuchenden umgehen können, also mit Männern und TIN*-Personen. Wer von häuslicher Gewalt betroffen ist, braucht Schutz – unabhängig vom Geschlecht. Diese Selbstverständlichkeit ist im Hilfesystem noch lange nicht Realität. Männer und deren Kinder erleben häufig nicht nur Gewalt, sondern auch Ausschlüsse aus Schutzstrukturen. Gleichermaßen müssen Menschen mit Geschlechtsidentitäten abseits der zweigeschlechtlichen Norm als besonders vulnerable Betroffenengruppen mehr Berücksichtigung finden. TIN*-Personen sind überproportional von Diskriminierung und Gewalt betroffen.
Neue gesetzliche Entwicklungen in Thüringen
Thüringen hat mit dem Ersten Gesetz zur Änderung des Thüringer Chancengleichheitsfördergesetzes einen wichtigen Schritt zu einem verbesserten Hilfenetz für von Häuslicher Gewalt betroffene Menschen getan. Es schreibt vor, das Hilfenetz für Frauen flächendeckend auszubauen und erstmals auch mindestens eine Schutzeinrichtung für nicht weibliche Personen zu schaffen. Das Gesetz ist 2025 in Kraft getreten, aktuell laufen die Vorbereitungen zu seiner praktischen Umsetzung. Sind die entsprechenden Richtlinien und Qualitätsempfehlungen fertig, kann das Vergabeverfahren für die zusätzlichen Schutzeinrichtungen beginnen.
Ziele und Anmeldung zum Netzwerktreffen
Deshalb möchten die LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen, die Fachstelle queere Antigewaltarbeit Q*rage Thüringen, das Projekt A4 sowie die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz die Interessierten erstmals in Jena zusammenbringen. Ziel des Treffens ist, die nötige Fachlichkeit für das sich erweiternde Hilfenetzwerk aufzuzeigen, damit die dringend nötige Umsetzung der Schutzansprüche in Konzepte und Hilfeeinrichtungen reibungsarm möglich wird. Eine Anmeldung zum Netzwerktreffen ist erforderlich und die Plätze begrenzt. Meldet euch jetzt zum Netzwerkteffen an durch klicken auf diesen Text.
Ablauf (in Planung)
Das Treffen wird am 30.04.2026, 10:00 – 14:00 Uhr (ab 9:30 Uhr Ankommen) stattfinden.
| Ab 9.30 Uhr | Ankommen |
| 10 Uhr | Start mit Grußwort Nadja Sthamer, Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaates Thüringen |
| 10:15 Uhr | Kennenlernen der Teilnehmenden |
| 10:30 Uhr | Input & Fragen „Schutzeinrichtungen Häusliche Gewalt für Männer und geschlechtsübergreifend – Überblick bundesweit und rechtliche Einordnung“ mit Torsten Siegemund, Fachreferent Fort- und Weiterbildung der BFKM |
| 10:50 Uhr | „Umsetzung der Änderungen des Thüringer Chancengleichheitsfördergesetzes“ mit Katja Kleimenhagen, Referentin des Thüringer Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie |
| 11:15 Uhr | „Was ist unter ’nicht weiblich‘ zu verstehen?“ mit Sascha Finke, Bildungsreferent*in des Projektes Q*rage |
| 11:40 Uhr | „Konzept der Schutzwohnung für LSBTIQ*-Personen“ der AWO Berlin |
| Mittagspause | |
| 12:45 Uhr | World Café zu aktuellen Fragen |
| 13:50 Uhr | Abschluss |